Anfang Mai 2020 hat die Föderalregierung grünes Licht für den „Corona-Elternurlaub“ gegeben, damit Eltern die Betreuung ihrer Kinder während der Coronakrise besser mit ihrem Beruf vereinbaren können. Der Königliche Erlass wurde am 14. Mai 2020 im Belgischen Staatsblatt veröffentlicht.

 Betriebszugehörigkeit

Ein Arbeitnehmer, der mindestens einen Monat Betriebszugehörigkeit hat, kann ab dem 1. Mai einen Corona-Elternurlaub nehmen. Dieser Elternurlaub kann bis zum 30. Juni 2020 genommen werden (vorbehaltlich einer Verlängerung durch einen Königlichen Erlass).

Zustimmung des Arbeitgebers erforderlich

Beim Corona-Elternurlaub handelt es sich lediglich um eine Möglichkeit für den Arbeitnehmer. Die Zustimmung des Arbeitgebers ist erforderlich. Der Arbeitgeber kann den Corona-Elternurlaub verweigern. Er muss die Entscheidung jedoch auf einer objektiven Grundlage treffen.

Mögliche Formen der Arbeitszeitverkürzung

Arbeitnehmer, die Vollzeit beschäftigt sind, können eine Verkürzung ihrer Arbeitszeit um ein Fünftel oder auf eine Halbzeitbeschäftigung (d.h. auf 50 % einer Vollzeitstelle) beantragen.

Arbeitnehmer, die mindestens 3/4 einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen, können nur eine Verkürzung der Arbeitszeit auf eine Halbzeitbeschäftigung beantragen.

Der Arbeitnehmer kann diesen Corona-Elternurlaub wie folgt nehmen:

  1. entweder für einen ununterbrochenen Zeitraum (der am 01/05/20 beginnt und am 30/06/20 endet),
  2. oder für einen oder mehrere aufeinanderfolgende Zeiträume von einem Monat,
  3. oder für einen oder mehrere aufeinanderfolgende Zeiträume von einer Woche,
  4. oder als eine Kombination von Monaten und Wochen.

 

Bedingung hinsichtlich des Alters des Kindes

Wie im Falle des klassischen Elternurlaubs gilt auch hier die Bedingung, dass das Kind des Arbeitnehmers, für den der Corona-Elternurlaub beantragt wird, unter 12 Jahre alt sein muss. Für Kinder mit einer Behinderung liegt die Altersgrenze bei 21 Jahren.

Nähere Informationen erhalten Sie über die Website des LfA: www.lfa.be

 

Möglichkeit der Umwandlung eines bereits laufenden Elternurlaubs

Arbeitnehmer, die sich bereits in einem gewöhnlichen Elternurlaub befinden, können diesen in einen Corona-Elternurlaub umwandeln oder diesen aussetzen, sofern der Arbeitgeber zustimmt. Die Umwandlung kann sogar rückwirkend zum 1. Mai 2020 erfolgen.

 

Möglichkeit der Aussetzung eines bereits laufenden Elternurlaubs

Ein Arbeitnehmer, der sich bereits in einem gewöhnlichen Elternurlaub (Vollzeit, Halbzeit- oder 1/5 oder 1/10) befindet, kann diesen Elternurlaub aussetzen, um einen Corona-Elternurlaub zu nehmen, sofern der Arbeitgeber zustimmt.

Im Falle einer Aussetzung des laufenden Elternurlaubs kann der Arbeitnehmer zu einer anderen Form der Arbeitszeitverkürzung wechseln, z B. von einem Elternurlaub von 1/10 auf einen Corona-Elternurlaub von 1/5.

Keine Anrechnung auf die Höchstdauer

Der Corona-Elternurlaub wird zusätzlich zum gewöhnlichen Elternurlaub gewährt. Er wird daher bei der Berechnung der Höchstdauer des „gewöhnlichen“ Elternurlaubs nicht berücksichtigt.

 

Antrag an den Arbeitgeber

Ein Arbeitnehmer, der einen Corona-Elternurlaub nehmen möchte, muss seinen Arbeitgeber mindestens 3 Werktage im Voraus schriftlich informieren. Diese schriftliche Benachrichtigung muss das Beginn- und Enddatum, sowie die gewünschte Form der Arbeitszeitverkürzung beinhalten.

Wenn der Arbeitnehmer sich bereits in einem gewöhnlichen Elternurlaub befindet und zu einem Corona-Elternurlaub übergehen möchte, muss er in seinem Schreiben angeben, ob er eine Umwandlung oder Aussetzung des gewöhnlichen Elternurlaubs wünscht.

Der Arbeitgeber antwortet dem Arbeitnehmer binnen 3 Werktagen nach der schriftlichen Benachrichtigung und in jedem Fall vor Beginn des Corona-Elternurlaubs.

 

Dies erfolgt:

  • schriftlich oder
  • auf elektronischem Wege (E-Mail), vorbehaltlich einer Empfangsbestätigung durch den Arbeitnehmer.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber können die Fristen für das Antragsverfahren im gegenseitigen Einvernehmen verkürzen.

 

Leistungsantrag an das Landesamt für Arbeitsbeschaffung (LfA)

Arbeitnehmer, die den Corona-Elternurlaub nehmen, richten einen Leistungsantrag an das LfA und erhalten ein „Unterbrechungsgeld“.

Dieser Antrag muss spätestens 2 Monate nach Beginn des Corona-Elternurlaubs eingereicht werden

Der Antrag soll vorzugsweise online eingereicht werden.

Der Arbeitgeber muss zuerst einen Teil des Formulars vervollständigen und über das Portal der sozialen Sicherheit an das LfA übermitteln. Der Arbeitnehmer vervollständigt im Anschluss den zweiten Teil.

Der Antrag kann auch auf Papier eingereicht werden. Das entsprechende Antragsformular „C61-Corona-Elternurlaub“ steht auf der Website des LfA zur Verfügung.

 

 

Weitere Details und Informationen können Sie auf der Website des LfA einsehen: www.lfa.be